Keine Angst vor PR in der Mittelstands-Hotellerie

Sabine DächertEs ist erstaunlich, welcher Unterschätzung das Potenzial in Sachen PR bei kleineren bis mittelgroßen Hotels – insbesondere jedoch bei privat geführten Häusern – unterliegt: „Dafür haben wir kein Budget und sind auch zu unbedeutend“, „Das macht unser Marketingmanager“ oder „…die Zentrale unserer Kette“ sind typische Antworten, die wir bekommen, wenn es darum geht, ein Hotel von PR zu überzeugen. Seit mehr als zehn Jahren betreuen wir als Agentur für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Hotels sowie touristischen Unternehmen und können resümieren: Diese Argumente kommen nur in den seltensten Fällen zum tragen.

Da wäre zum einen der fehlende Glaube an die eigene Medien-Attraktivität. Zweifelsohne wird es ein 15 Zimmer großer Familienbetrieb auf dem Lande schwer haben, einen Artikel in einer überregionalen Zeitung oder gar einem bundesweiten Magazin zu platzieren. Allerdings dürfte das örtliche „Blatt“ an „lesenswerten“ Neuigkeiten durchaus Interesse haben – insbesondere, wenn das unter Umständen angeschlossene Restaurant betroffen und so für die weitere Nachbarschaft von Bedeutung ist. Wer etwas zu sagen hat, sollte dies auch tun – es kommt auf die zündende Idee auch ohne großes Budget, den aufmerksamkeitserzeugenden Titel und die professionelle Präsentation an. Mit dem klassischen „Wellness-Wochenende“ oder den „Spargelwochen“ ist heutzutage kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Hier kann die Erfahrung und Kreativität einer spezialisierten PR-Agentur zwar keine Wunder vollbringen, für Überraschungen sorgen jedoch durchaus.

Oft ist den entscheidenden Personen auch der feine – aber entscheidende – Unterschied zwischen Marketing und PR nicht wirklich geläufig. Es geht dabei nicht um „erkaufbare“ Werbung, sondern um den kontinuierlich gepflegten Kontakt zu allen relevanten Journalisten auch abseits der Lokal- und Fachpresse; eine Ideenschmiede, die sich ausschließlich mit dem „Ticken“ der Medien beschäftigt und den kompletten Prozess bis hin zur Formulierung einer Pressemitteilung sowie deren zielgerichteten Versand übernimmt. Dafür ist bei dem unternehmenseigenen – wenn überhaupt existierenden – Marketingmanager meist weder die Zeit, noch das notwendige Fachwissen vorhanden. Und ist ein Haus einer Hotelkette angeschlossen, so ist deren PR-Abteilung erfahrungsgemäß mit der Betreuung der Marke völlig ausgelastet und hat für die Belange ihrer einzelnen Hotels kaum Kapazitäten frei.

Bleibt noch das Thema der Kosten. Natürlich bedarf medialer Erfolg einer vorigen Investition. Da gibt es erstaunliche Unterschiede und man sollte sich insbesondere bei Agentur-Pauschalen intensiv über die eingeschlossenen Leistungen informieren. Praktisch, aber in Summe auch etwas teurer, sind vertragsfreie Bausteinsysteme. Hier ist jedoch zu bedenken, dass erfolgreiche PR einen langen Atem braucht und es mit ein paar wenigen Meldungen nicht getan ist. Unter dem Strich allerdings rechnet sich PR und ist auch für das eher kleinere oder mittelgroße Hotel bezahlbar: Werden durch einen veröffentlichten Artikel nur eine zusätzliche Tagungsveranstaltung, drei Übernachtungen oder rund zehn Restaurantbesuche generiert, so hat sich die monatliche Investition bei einer preisgünstigen Agentur bereits amortisiert.

Nur Mut, liebe Hoteliers!

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